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ausgabe 03/mai 2010

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Der Grund für den Sinneswandel war wohl das liebe Geld, denn es ging um die Genehmigung „bezahlter“ Product Placements jenseits der kostenlosen Beistellungen. Die werbungtreibende Industrie fürchtet vor allem steigende Kosten für die Markenplatzierungen. Da die Werbekunden wegen der Preise auch prominentere Platzierungen einfordern könnten, wären darüber hinaus auch eine sinkende Akzeptanz beim Publikum und Imageprobleme für die Marken zu befürchten.

Der Widerstand war aber zwecklos: Die Regierung rückt von der bislang restriktiven Regelung ab. Verboten bleiben soll – wie in allen anderen Ländern auch – Werbung für Alkohol, Tabak und gesundheitsgefährdende Lebensmittel. Als Begründung führt Staatssekretär Ben Bradshaw die klamme Kassenlage der Privatsender an. Ohne diese Lockerung sehe er die „Wettbewerbsfähigkeit der britischen TV-Anbieter in Gefahr“. Nun hoffen Branchenexperten auf Mehreinnahmen von 25 bis 100 Millionen Pfund für ITV, Channel 4 & Co.

Das ist nicht viel im Vergleich zu den klassischen Werbeeinnahmen. Aber auch wenn die wirtschaftliche Bedeutung der neuen Einkommensquelle allgemein zurückhaltend beurteilt wird, so kommt das neue Werbegeld vielen Privatsendern in Zeiten knapper Budgets gerade recht. Nicht nur das. Für die französischen Sender sind die Placement-Einnahmen ein kleiner Befreiungsschlag, nachdem dort seit kurzem Spots nach 20 Uhr verboten sind.

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Hier profitieren vor allem die öffentlich-rechtlichen Sender von der Liberalisierung, da sie einen bestimmten Anteil an französischen Produktionen zeigen müssen, für die sich nun eine zusätzliche Finanzierungsquelle erschließt. ARD und ZDF können da nur sehnsüchtig über den Rhein blicken. Produkthilfen dürfen sie nach wie vor nur kostenlos in Anspruch nehmen. Und dem nicht genug, nun ist auch wieder einmal die Diskussion über eine öffentlichrechtliche Werbefreiheit neu entflammt. Da ist der Verzicht auf bezahltes Product Placement noch das kleinere Problem. — *

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