Der Grund für den Sinneswandel war wohl das liebe Geld,
denn es ging um die Genehmigung „bezahlter“ Product
Placements jenseits der kostenlosen Beistellungen. Die
werbungtreibende Industrie fürchtet vor allem steigende
Kosten für die Markenplatzierungen. Da die Werbekunden
wegen der Preise auch prominentere Platzierungen
einfordern könnten, wären darüber hinaus auch eine
sinkende Akzeptanz beim Publikum und Imageprobleme
für die Marken zu befürchten.
Der Widerstand war aber zwecklos: Die Regierung rückt
von der bislang restriktiven Regelung ab. Verboten bleiben
soll – wie in allen anderen Ländern auch – Werbung für
Alkohol, Tabak und gesundheitsgefährdende Lebensmittel.
Als Begründung führt Staatssekretär Ben Bradshaw die
klamme Kassenlage der Privatsender an. Ohne diese
Lockerung sehe er die „Wettbewerbsfähigkeit der
britischen TV-Anbieter in Gefahr“. Nun hoffen
Branchenexperten auf Mehreinnahmen von 25 bis 100
Millionen Pfund für ITV, Channel 4 & Co.
Das ist nicht viel im Vergleich zu den klassischen
Werbeeinnahmen. Aber auch wenn die wirtschaftliche
Bedeutung der neuen Einkommensquelle allgemein
zurückhaltend beurteilt wird, so kommt das neue
Werbegeld vielen Privatsendern in Zeiten knapper
Budgets gerade recht. Nicht nur das. Für die französischen
Sender sind die Placement-Einnahmen ein kleiner
Befreiungsschlag, nachdem dort seit kurzem Spots nach 20
Uhr verboten sind.
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Hier profitieren vor allem die öffentlich-rechtlichen Sender von der Liberalisierung, da sie einen bestimmten Anteil an französischen Produktionen zeigen müssen, für die sich nun eine zusätzliche Finanzierungsquelle erschließt. ARD und ZDF können da nur sehnsüchtig über den Rhein blicken. Produkthilfen dürfen sie nach wie vor nur kostenlos in Anspruch nehmen. Und dem nicht genug, nun ist auch wieder einmal die Diskussion über eine öffentlichrechtliche Werbefreiheit neu entflammt. Da ist der Verzicht auf bezahltes Product Placement noch das kleinere Problem. — *