Macht denn das digitale Produzieren Ihre Arbeit
einfacher?
Gernstl: Einfacher schon, aber nicht wirklich schneller.
Wenn man, wie ich es gerne mache, einfach mal acht
verschiedene Schnittfassungen ausprobieren kann, muss
man sich doch irgendwann einmal für eine entscheiden.
Mager: Franz sitzt gerne mal vier bis sechs Wochen rum,
um an Schnittfassungen für einen neuen Kinofilm zu
tüfteln, für den es noch überhaupt keine Finanzzusagen
oder einen Senderauftrag gibt. Unsere technischen
Möglichkeiten sind verführend.
Die Umstellung auf das Drehen mit HD-Kameras
thematisieren Sie und Ihr Team ja sogar in den neuesten
„Gernstl unterwegs“-Folgen.
Gernstl: Man möchte ja nicht mit der zweitbesten Technik
arbeiten. Wir haben vor zweieinhalb Jahren zu den ersten
gehört, die Dokumentarfilme in HD produziert haben.
Und trotzdem hört man im Film, wie der Kameramann über
das Gewicht der neuen Kamera stöhnt.
Gernstl: Wir verstecken die Fernsehsituation eben nicht
und sprechen offen über unsere Arbeitsweise. Dafür darf
dann ab und zu auch das Mikrophon ins Bild hängen.—*