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Irgendjemand hat eine Parodie auf die angekündigte Alaska-TV-Show von Sarah Palin produziert. Ein Blog weiter sind gut zehn Jahre alte Werbespots von Internet-Firmen zu sehen, die aus einer anderen Zeit zu stammen scheinen. Der deutsche Blogger und Fernsehmoderator Richard Gutjahr hat sich vollkommen vom iPad-Rausch anstecken lassen, ganz vorne in der Schlange vor dem Apple-Store in New York gestanden und dort sogar seine Filme über den (eigenen) Wahn gedreht. In einem Design-Blog finde ich ein bezauberndes Video von einer Maschine, die mechanisch Leuchtstoffröhren so anordnet, dass sie Buchstaben bilden. Und dann hat mir jemand den Link zu einem Homevideo geschickt, wo ein Lamm wild durch die Wohnung hüpft, wie ein Flummi. So entsteht vor dem Computer schnell eine eigene Variante des Zappens, noch hyper-aktiver, aber auch noch unberechenbarer, was die Qualität der zufälligen Fundstücke angeht, mit gewaltigen Ausschlägen nach oben und unten.

Aber wenn ich will, kann ich mir auch online meine Routine basteln und regelmäßig meine Favoriten besuchen, wie John Stewarts „Daily Show“, die kurz nach der Ausstrahlung komplett online ist (und auch bei intaktem Fernsehgerät zu meinem Online-Fernseh-Alltag gehört).

Und am Ende dieses fernseherfreien Fernsehtages lande ich, wie so oft, bei alten Fernsehschätzen auf YouTube, wie dem unfassbaren Ausschnitt aus dem „Blauen Bock“ von 1976, in dem je zwei Wiener, Frankfurter und Berliner anhand der jeweiligen Spezialitäten ihre Heimat besingen. Und frage mich, was die Leute eigentlich in 30 Jahren mit einer ähnlichen Mischung aus Verklärtheit und Unglaube gucken werden: nostalgische Fernsehausschnitte? Oder doch alte Internet-Videos?—*


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