
Diese Kontrolle sei enorm wichtig, um im Datendschungel einen klaren
Kopf zu behalten und nicht in der Isolation zu enden, meint
Psychologe Gardere, der in seinen Seminaren gerne daran erinnert,
dass es trotz Google und Facebook „noch immer ein Leben außerhalb
des Computers gibt“.
Damit dieses Leben nicht zu kurz kommt, rät Graham Hill dazu,
anderen die Pflege der Social Networks zu überlassen. Der Internet-
Geschäftsmann, der mit seiner Website Treehugger.com ökologlische
Innovationen im Netz anpreist, schwärmt von „Assistenten, die meine
Notizen, Gedanken und Kommentare für mich online stellen“. Die
Zeit, die Hill bleibt, nutzt er gerne für so banale Dinge wie das
Schlangestehen am Geldautomaten, am Taxistand oder im Supermarkt.
Es sei keineswegs verwunderlich, dass die Menschen angesichts des
digitalen Daten-Overloads versuchen, die Lebensqualität in
Alltagsaktivitäten wieder zu finden, erklärt Psychologe Gardere. Doch
auch dem Experten ist klar: Social Media wird bleiben – wie die
Schlange im Supermarkt und das Warten auf ein Taxi. Doch irgendwo
im Silicon Valley brütet sicher schon ein Programmierer an einer
neuen App, um genau diese Problematik digital zu neutralisieren. —*
Autor: Frank Siering
